ms - oktober 2021

Pouilly Fume Les Chants de Cri

Französiches Anbaugebiet Pouilly Fumé Loire Frankreich im Herbst mit einem Weißwein aus dem Loiretal

Ich und Simone an der Côte d’Opale, mal ein paar Tage ausspannen. Wer im Rheinland oder gar noch näher an Frankreich lebt und diesen Katzensprung noch nie vollzogen hat kann einem geradezu leid tun, dagegen kannst du die Holländische Küste echt in' Sack hauen. Vergiss Domburg, hier kommt Wissant! Foto ist beim kleinen Dörfchen Escalles am Cap Blanc-Nez entstanden, nur 34 km von England entfernt, da sind Spitzensportler auch schon mal rübergeschwommen. Sonnenschein und für Oktober echt mildes Klima. Das geht hier an der wundervollen Steilküste im Département Pas-de-Calais aber auch ganz anders, aber wir nehmen's gerne mit.

Cap Blanc Nez bei Escalles in der Hauts-de-Francs

Hier kann man Ch'ti-Bier kaufen, auch lecker, aber Weinberge gibt es erst ein bisschen weiter unten in der Picardie. Dennoch möchte ich einen französischen Weißwein. Im Supermarkt springt mich sofort ein Pouilly Fumé an. Mit diesem Klassiker aus dem Loiretal habe ich mich schon mal beschäftigt, möchte jetzt aber nochmal wissen, ob meine Forschung diesbezüglich zu neuen Erkenntnissen kommen kann. Diesmal ca. 5 € günstiger als der Les Cailloux Silex, aber schließlich sind wir ja auch im Herkunftsland. Und hier schließt sich der Kreis, denn der Vater der Brüder Vincent und Fabrice, die die Weinkellerei im Loiretal betreiben, Gérard Grebet, kommt aus dem etwas südlicher gelegenen Boulogne und ist ein waschechter Ch'ti! Vermutlich ist es daher auch kein Zufall, dass ausgerechnet dieser Sauvignon Blanc hier angeboten wird.

Weißwein Pouilly de fumé les Chants de Cri

Also, Simone findet sofort, dass der Wein sehr birnig riecht. Ich bin bei Zitrusnoten. In jedem Fall riecht er fruchtig. Die vielgerühmte rauchige Note aufgrund der im Boden befindlichen Feuersteine kann ich hier nicht nachvollziehen. Simone auch nicht. Eine gewisse Würze allerdings schon.

Diese ist am Gaumen aber nur noch unterschwellig festzustellen. Hier dominieren fruchtige Aromen. Typisch Sauvignon Blanc, das wird einigen Leuten sehr gut gefallen. Simone sagt 'fast wie ein Dessertwein' und hat damit nicht Unrecht. In jedem Fall ist hier eine leichte Süße festzustellen, aber nicht mit dem Holzhammer und gefühlten Kopfschmerzen. Nein, das ist fein strukturiert, lecker, echt gut. Und dennoch, der Wein hätte genug Alkohol für etwas mehr Wumms. Am Ende geht es mir ein bisschen so wie beim Chablis oder auch beim Nachbarn Sancerre: richtig gut eingebunden wäre er mit etwas mehr Säure, Kante, frischem Prickel. Vielleicht trink ich auch einfach zu viele deutsche Weißweine. Was soll ich machen, bin halt Fan.

Auch im Abgang bleiben die Fruchtaromen. Durchaus schick, gehaltvoll, mir aber eine Spur zu nett. Sauvage heißt wild; und für dieses Charakterisikum liebe ich diese Traube, aber es wird viele Weinfreunde geben, die genau diese, teilweise zurückhaltenden, Eigenschaften des Pouilly Fumé mögen werden.

News aus dem Weinglas - Logo

Weißwein Pouilly Fumé Les Chants de Cri - Frankreich
› mehr über diesen Wein

Rebe: Sauvignon Blanc
Jahrgang: 2020
Region: Poilly Fumé
Alkohol: 13,5 %
Hersteller: Fabrice et Vincent Grebet
Bezugsquelle: Auchan
Preis: 10 €
Schulnote: 3

 

News aus dem Weinglas - Logo

Passende Musik zum Wein